Dorfgeschichte von Platt


Platt um 1890

Schon in prähistorischer Zeit durchstreifte der Mensch diese Gegend, wie die Funde eines Bronzebeiles am Strizonjoch und eines eisenzeitlichen Lappenbeiles in Ulfas bezeugen. Die letzten 500 Jahre vor Christus wurde der Alpenraum von Völkerschaften mit keltischen und anderen germanischen Wurzeln geprägt - von den Römern als "Räter" bezeichnet.

Fast ein halbes Jahrtausend (15 v. Chr. - 476 n. Chr.) gehörte das Land im Gebirge zum Imperium Romanium. Zahlreiche keltische und romanische Flurnamen weisen auf diese Zeitepoche hin, wie z.B. Tasach (keltisch für "dagisia" = Nadelholzzweig).


Platt im Jahr 2009

Um 600 n.Chr. drangen die Bajuwaren in den Tiroler Raum ein. Etwa im 11. Jahrhundert begann eine intensive Rodungsperiode, die in mehreren Wellen bis ins 14. Jahrhundert andauerte. In dieser Zeit wurden von germanischen Siedlern weite Flächen zur Gewinnung von Viehweiden, Mähdern und Getreideäckern gerodet.

Mit der Anlage sogenannter "Schwaighöfe" stieß die Besiedlung und Erschließung immer weiter in die Hochlagen vor. Aus dieser Zeit stammen viele der heute noch bestehenden Hofstellen, bzw. die große landwirtschaftliche Nutzfläche. Viele deutsche Hofnamen, wie z.B. Untermagdfeld, Saldern oder Unterwald, weisen darauf hin.

Unser Nachbarhof "Kratzegg" liegt auf 1.525 m und ist die höchstgelegene Dauersiedlung des Gebietes.

Die Ortsbezeichnung Platt taucht erstmals 1288 im Urbar Meinhard II als "hof ze Platten" auf. Dieser Hof musste zu Pfingsten "6 pfunt" und zu Martini "8 pfunt, 2 fleisch, 1 lamp und ein swein" an den Grundherrn als Abgabe entrichten. Auch der Name des Dorfes ist germanischen Ursprungs und bedeutet in etwa sowiel wie "abgeplatteter Felsvorsprung, kleine Verebnung, Felsplatte".

 



Die Gletschermühlen unterhalb von Platt

Zu den geologischen Besonderheiten dieser Gegend zählen neben dem Stieber-Wasserfall zweifelsohne die herrlichen in den Fels gedrexelten Gletschermühlen am Talhang unterhalb von Platt. Dabei handelt es sich um unterschiedlich große, während der Eiszeit vom Schmelzwasser zylindrisch in den Felsen eingefräste Löcher.

Ein atemberaubendes Zeugnis aus der Eiszeit sind die vielen vom Gletschereis abgescheuerten und abgeschliffenen Rundbuckel und Felsflächen unterhalb von Platt, die sogenannten Gletscherschliffe.

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